Neue GEDOKU-Features: So hilft Ihnen KI beim Arbeitsschutz
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Herr Richter, GEDOKU erleichtert Mitgliedsunternehmen die Gefährdungsbeurteilung. Aktuell testen Sie neue Features des Tools. Diese basieren auf künstlicher Intelligenz (KI). Warum?
Gerade im Bereich Arbeit und Gesundheit bietet der Einsatz künstlicher Intelligenz große Potenziale, die jeweiligen Arbeitsbedingungen zu verbessern, beispielsweise durch datenbasierte Analysen. Auch bei der VBG sind wir zukunftsorientiert: Wir testen und nutzen seit Jahren KI, etwa bei Themen wie der Beitragsbearbeitung. Jetzt erproben wir auch die Möglichkeiten für die Gefährdungsbeurteilung: Wir überprüfen in verschiedenen Anwendungsszenarien, wie wir KI sinnvoll für unsere Mitgliedsunternehmen nutzen können, um diese Entwicklung voranzutreiben und den Anschluss an die technologischen Möglichkeiten zu behalten. Die neuen GEDOKU-Features sind der erste Schritt, um Gefährdungsbeurteilungen mit KI noch einfacher und effizienter zu meistern.
Treibt die Weiterentwicklung von GEDOKU mit KI voran: Christian Richter, Präventionsfeldkoordinator Digitalisierte Arbeitswelten bei der VBG.
Foto: VBG/Marcelo HernandezWelche Features sind das?
Neu ist eine intelligente Suche: Diese bietet Ihnen jetzt Textbausteine aus den bestehenden GEDOKU-Katalogen von ähnlichen oder vergleichbaren Gefährdungen oder Maßnahmen an. Das bedeutet: Die Eins-zu-eins-Suche nach einem Schlagwort, wie es sie bisher gab, wird durch das KI-gestützte Auffinden ähnlicher Begriffe erweitert und liefert deutlich bessere Ergebnisse. Geben Sie zum Beispiel „Büro“ ein, so bekommen Sie zusätzlich weitere Suchergebnisse wie „Bildschirmarbeit“ oder „Beleuchtung“ angezeigt, die mit dem Büroarbeitsplatz in Verbindung stehen.
Was ist GEDOKU?
Mit der kostenfreien Software GEDOKU unterstützt die VBG Unternehmen bei der strukturierten Planung, Durchführung und Dokumentation einer rechtssicheren Gefährdungsbeurteilung. GEDOKU bildet Gegebenheiten im Betrieb mit Hinblick auf mögliche Gefährdungen ab und schlägt Firmen passende Schutzmaßnahmen vor, die individuell ergänzt oder angepasst werden können.
Und das geht so: Als Unternehmerin oder Unternehmer entscheiden Sie sich für die passenden Kataloge mit den entsprechend vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen. Es gibt branchenübergreifende Basiskataloge sowie Themen- und Branchenkataloge, mit denen Sie einzelne Themen oder branchenspezifische Aspekte in Ihre Gefährdungsbeurteilung integrieren können. Außerdem stehen vorkonfektionierte Musterunternehmen zur Verfügung: Dort werden Gefährdungen zugeordnet, die in der jeweiligen Branche üblicherweise vorkommen.
Mehr über GEDOKU erfahren Sie hier.
Das heißt also: Je mehr Anwenderinnen und Anwender die intelligente Suche nutzen, desto schlauer kann sie werden – und desto einfacher wird die Gefährdungsbeurteilung.
Genau – immer vorausgesetzt, wir dürfen die Daten auch verwenden. Es ist also sehr hilfreich, wenn möglichst viele Mitgliedsunternehmen unsere Test-Version ausprobieren, die ab sofort rund 100 Nutzerinnen und Nutzern bis 31. Mai zur Verfügung steht. Denn wer an der Testung teilnimmt, kann dazu beitragen, dass die frei verfügbare Version, die im Oktober an den Start gehen soll, bestmöglich bei der Gefährdungsbeurteilung unterstützt. Auch nach der Einführung der KI-Version lernt das System natürlich immer weiter.
Welches KI-Tool wird außerdem eingeführt?
Das zweite KI-Feature hilft Ihnen als Unternehmerin oder Unternehmer, Ihre Gefährdungsbeurteilung auszuformulieren oder passende Textvorschläge für Gefährdungen und Maßnahmen zu generieren: Das Large Language Modell (LLM) ChatGPT erzeugt innerhalb von GEDOKU passende Texte, die in erster Linie auf den Katalogen, aus weiten Teilen des DGUV-Regelwerks und dem entsprechenden staatlichen Recht basieren. So sitzen Sie als Erstellerin oder Ersteller einer Gefährdungsbeurteilung nicht mehr vor einem weißen Blatt, sondern erhalten fundierte Textbausteine, mit denen Sie – so zeigen unsere bisherigen Erfahrungen – sehr gut arbeiten können. Zu diesen generierten Texten bekommen Sie die Quellenangaben. Denn anders als die VBG-erstellten Katalogtexte in GEDOKU müssen Sie die KI-generierten Vorschläge auf Qualität und Richtigkeit prüfen. Denn künstliche Intelligenz kann zu inhaltlichen Abweichungen führen.
Greift die KI-erweiterte GEDOKU-Version automatisch auf die neuen Features zu?
Nein. Nur, wenn Sie die Buttons für den KI-Einsatz anklicken. Sie können auch weiterhin die Download-Version von GEDOKU nutzen, die Sie auf Ihrem lokalen Rechner gespeichert haben. Wenn Sie die KI-Features nutzen möchten, müssen Sie sich erst anmelden, um auf die Cloud zugreifen zu können, in der die KI zur Verfügung steht. So gewährleisten wir, dass niemand Unbefugtes Zugriff auf das LLM hat. Aktuell befinden wir uns noch in einem Beta-Status, sammeln Erfahrungen, wie dieses zusätzliche Angebot angenommen und genutzt wird. Und welche Verbesserungsvorschläge von unseren Anwenderinnen und Anwendern kommen. Denn die sollen am Ende ja vom KI-Einsatz profitieren, den wir in Zukunft weiterentwickeln wollen.
Können Sie uns schon verraten, wie das aussehen könnte?
Aktuell beteiligt sich die VBG an einem Forschungsprojekt der Hochschule für angewandtes Management, in dem ein KI-Coach-Work-Health erarbeitet wird: eine App, die auf künstlicher Intelligenz basiert. Sie begleitet und unterstützt Führungskräfte und Beschäftigte dabei, Maßnahmen für gesundes und sicheres Arbeiten in die Praxis umzusetzen, die sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben. Darüber hinaus ist der digitale Coach ideal, um nach Arbeitsschutz-Qualifizierungen den Transfer des Erlernten zu unterstützen. Die KI-Basis für diese Anwendung liefern Interviews mit Arbeitsschutzexpertinnen und -experten sowie wissenschaftliche Erkenntnisse. Natürlich ist vieles Weitere denkbar, um die Gefährdungsbeurteilung mithilfe künstlicher Intelligenz noch unkomplizierter und schneller abzuwickeln. Zum Beispiel die Bewertung von Gefährdungen auf Grundlage digitaler Analysen. Wir bleiben dran.
Apple iPad Air oder E-Reader gewinnen: Jetzt die KI-Version von GEDOKU testen!
Sie wollen bei Ihrer nächsten Gefährdungsbeurteilung gleich ausprobieren, wie die neuen GEDOKU-Features mit künstlicher Intelligenz funktionieren? Sehr gut! Denn mit Ihrer Teilnahme an unserer Testphase und mit Ihrem Feedback helfen Sie dabei, die intelligente Suche und Textgenerierung noch besser zu machen.
Mitmachen lohnt sich doppelt: Unter allen Anwenderinnen und Anwendern, die GEDOKU mit KI vom 1. März bis zum 31. Mai 2025 testen, verlosen wir ein Apple iPad Air Wi-Fi (2024), 6. Generation. Zusätzlich können Sie einen der beiden E-Reader Tolino Shine-Color gewinnen. Hier geht’s zur Anmeldung für Ihren GEDOKU-Probelauf.
Viel Erfolg!
Wie GEDOKU mit KI funktioniert? Zeigt Certo im Video: